Wittensee Pfingsten 2016

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Unverfrorene frieren am Wittensee

 

13 Grad, Regenfelder mit Starkregen, Hagel und Stau. Nicht grade die besten Voraussetzungen für ein launiges Segel Wochenende. Dennoch machten sich sechs unerschütterliche Weiterseglerinnen und Segler an Pfingsten auf den Weg an den Wittensee. Anmerkung: Der Wittensee ist 9 bis 20 Meter tief und zu Saisonbeginn sehr kalt.

Während Rainer am Abend vorher angereist war und Steffi gefühlt mitten in der Nacht aufgestanden war und am Morgen ankam, standen die anderen vier erstmal im Stau. Es ist vielleicht wichtig zu erwähnen, dass unsere Orga so grossartig war, dass wir jeder mit einem Auto angereist waren, damit man notfalls schnell vor Regen Hagel und Donner fliehen konnte und unabhängig von der Wetterfühligkeit anderer Menschen war.

 

Während Rainer am 470er schraubte, Steffi sich ins eiskalte Wasser wagte und erste Runden im Conti drehte, immer das Nicht-Kentern im Blick, trudelten auch die anderen ein. Maike, die die Orga übernommen hatte, zählte die Bierkisten (geschätzt 1,5 pro Person). Der 470er (sind die Teile eigentlich nur im Bausatz trailerbar oder warum muss man da immer immer so viel schrauben?) war zusammen gebaut und Matthias und Rainer gingen zu Wasser, Maike und Michael folgten mit dem Vereins 505er.

Jana übernahm den Conti und übte das Aufrichten des Bootes im eiskalten Wasser. Die Phase „Ich geh nie wieder segeln“ hat sie inzwischen überwunden.

 

Einige Kältegrade mehr bzw. Thermometergrade weniger und einige Läufe mit dem Akkuschrauber (auch ein 505er braucht ab und an ein paar Umdrehungen liebevolles Refit) später wurde der Grill angemacht und die Salate aufgetischt. Wir (inzwischen erweitert um Maikes Ehemann) liessen uns fröhlich im Clubheim nieder. Steffi drehte verzweifelt und erfolglos am Radio und versuchte eine Life-Übertragung des Eurovision Song Contest zu finden.

Nachdem genug Seemannsgarn gesponnen war verabschiedeten sich Rainer, Matthias, Jana und Steffi in die Ferienwohnung, während die 505er Crew wahre Härte unter Beweis stellte und in ihren Campingbussen am See nächtigte.

In der Ferienwohnung funktionierte das Fernsehgerät und Steffi haarte gemeinsam mit Matthias vor eben diesen aus. Bis in die Nacht verfolgten sie das Voting, Germany 0-Points, das bis zur letzten Minute spannend war, da sich ein Kopf an Kopf Rennen zwischen … Ja wem eigentlich? Aber das war dann am Ende auch egal. Hauptsache es ist genug Wind da und alle Schrauben sitzen.

 

Über die Nacht in den Campingbussen ist wenig überliefert. Die 505er Crew war, nach ein paar Runden wo sie vor allen Dingen vorm Starkregen der sich zu Starkhagel entwickelte, flohen, allerdings die erste, die am nächsten Morgen das Handtuch warf. Michael probierte ausführlich das im Trockenanzug duschen, um sich aufzuwärmen.

Jana war immer noch im „Ich geh nie wieder Segeln“ Modus und wollte nach Hause. Steffi wollte wegen des stärkeren Windes auf den Laser umsteigen, hatte aber auch keine Musse bei Gewitter zu segeln und schloss sich wohl oder übel der Aufbruchstimmung an. Matthias wollte eh nach Hause und auch Rainer legte den Akku-Schrauber aus der Hand und machte sich auf in eine wärmere Umgebung.

Einige Wochen später: Was ist geblieben?

  1. eine Erinnerung an ein sehr nettes Segelwochenende mit lieben Weiterseglerinnen und -seglern?
  2. die Erkenntnis, dass nur die Harten in den Garten kommen, wir aber nicht
  3. bei der Autorin etliche Tüten rote Linsen, die in Form vom Suppe als Verpflegung für den Sonntagabend eingeplant waren
  4. das Kältetraining am Barca Steg (auch als öffentliche Vorstandssitzung bekannt), das uns abhärten soll für das nächste eiskalte Pfingstsegeln.

Bericht von Stefanie Könnecke

Bild von Michael Ahnfeldt

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