Weitersegeln auf der Weltmeisterschaft der 505er in Polen – Teil 1: Vorbereitungen

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Wie kommt WeiSe zur WM mag sich manch einer fragen. Muss man sich da nicht qualifizieren? Und was machen WeiSe-Segler auf so einem großen internationalen Segelevent? Um diese drängenden Fragen zu beantworten, werde ich versuchen hier demnächst wieder live von einer WM zu bloggen.

Fangen wir aber mit der Frage an, warum ein WeiSe-Mitglied zur WM fährt: Es begab sich im Jahr 2017 beim Abschlussabend der Europameisterschaft, auf dem mehrere WeiSe-Mitglieder und Freunde an einem Tisch saßen und das leckere Buffet genossen. Plötzlich setzen sich zwei polnische 505er-Segler zu uns an den Tisch, stellten eine Flasche undefinierbare Flüssigkeit auf eben solchen und zauberten ein Tablett mit Gläsern herbei. Sie verteilten den Trunk an WeiSe & Co und verkündeten mit polnischem Akzent: „ Diees iist diee offizielle Wärbung fier die Wältmäisterschaft 2018! Triinkt! Na zdrowie!“…

…aufgrund dieser ausgefeilten Marketingstrategie kam es, dass Anna und ich noch am gleichen Abend beschlossen 2018 die WM in Polen zu Segeln.

GER 8806 vor Warnemünde (Foto: Sören Hese)

Qualifizieren muss man sich bei den 505er glücklicherweise nicht. Genau das macht das „Fiven“-Feld auf großen Events auch so sympathisch. Vom mutigen Neueinsteiger bis zu den ganz alten Hasen, ehemaligen Olympiasiegern und Otto-Normal-Seglern ist alles vertreten. Jeder redet mit jedem, gibt Tipps und man kann richtig viel lernen. Um eine WM im 505er mitzusegeln, sollte man lediglich in der Lage sein längere Strecken unfallfrei geradeausfahren zu können, die grundlegenden Manöver beherrschen und etwas Kondition und Kraft mitzubringen. Ach ja, und in Polen scheint Trinkfestigkeit vielleicht auch von Vorteil zu sein.

Anna und ich haben uns nicht groß auf die WM vorbereitet. Aus Zeit- und Verletzungsgründen ist die Kieler Woche unser einziges „Training“. Wobei wir beide generell relativ viel Sport machen und Krafttraining betreiben, um als reines Frauenteam wenigstens ansatzweise mit den großen Jungs mitspielen zu können. Irgendwie sind wir halt doch etwas leichter und kürzer…Da man den Gewichtsnachteil an der Kreuz aber im 505er bis zu einem gewissen Punkt sehr gut wegtrimmen kann, sollte das aber keine Ausrede sein schlechter zu segeln. Umso erstaunlicher ist dann immer wieder der geringe Frauenanteil, der auch bei dieser WM insgesamt nur bei etwa 8% liegt. Allerdings sind nur 3% der Vorschoter weiblich. Irgendwie ist das da vorne halt doch ein Knochenjob… Von derzeit 121 gemeldeten Booten aus 14 Nationen sind drei reine Frauenteams am Start. Es verspricht also auch ein spannender Kampf um den inoffiziellen Weltmeisterinnen-Titel zu werden.

Meine Fitness-Trainerin hat jedenfalls alles drangesetzt mich nach meiner Verletzungspause wieder in Form zu kriegen, so dass ich Geräte-Übungen ohne Balance-Platte mittlerweile total banal finde. Sogar Wellengang hat sie damit überzeugend simuliert.

Wir sind jetzt erstmal gespannt wie die Kieler Woche läuft und werden dann demnächst aus Gdynia berichten. Ab dem 18. Juli findet ihr unter http://www.505worlds2018.com/ alle Infos zum Event und uns unter GER 8806 auf der Ergebnisliste.

Pozdrawiam ciepło,

Katharina